Michael Lapper

Büro und Werkstatt für Kunst

Weiß mit Schmuckfarbe

DichroGrafic No. 17: Farbe und Abbildung verändern sich beim Vorbeigehen

DichroGrafics sind grafische Collagen aus einem speziell beschichteten dichroitischen Glas. Weitere, alltäglichere Materialien wie eloxiertes Aluminium oder Gummi kommen dazu, die den Kontrast zur starken Lichtwirkung des Glases bilden.
Die Arbeiten greifen als horizontale Streifen die Bewegungen der Betrachter auf. Diese Objekte erschließen über die spiegelnden Oberflächen den umgebenden Raum in neuen, sich je nach Standort und Lichtsituation verändernden Farben und Abbildungen.
Das Konzept des optisch-räumlichen Wechselspiels wurde bereits in verschiedenen Kunst+Bau-Projekten realisiert; so am Max-Planck-Institut in Leipzig, am Coburger Landestheater und in der Gestaltung der Flure eines neuen Gebäudes der Staatsanwaltschaft München mit dem Titel: „Nichts ist so wie es scheint …“

Im Rahmen der Ausstellung „Weiß mit Schmuckfarbe“ im November/Dezember 2018 kommt jetzt eine Serie von neuen Arbeiten hinzu. In den länglich geschichteten Grafiken fanden nun auch gängige, banale Baumaterialien Verwendung. Schwarze Bautenschutzmatten kombiniert mit in Scheiben geschnittenen rosa Dämmstoffplatten. Hartfasertafeln, Netzbänder für Trockenbau, Estrich-Dichtstreifen aus blauem Schaumstoff.
„Weiß mit Schmuckfarbe“ ist auch die Vorgabe einer Kommission für Stadtgestaltung für die Fassaden des neuen Münchner Stadtteils Messestadt Riem. Nicht wenige der entstandenen Bauten legen allerdings die Vermutung nahe, dass die zuständige Kommission den Bauträgern mehr Phantasie zutraute, als diese beim Bauen letztlich entwickelten. So kann „Weiß mit Schmuckfarbe“ schon mal in eine Kombination von grauem Weiß mit hellerem Grau münden, was zusammen mit der ausgeprägten Blockarchitektur zu monotoner, wenig überraschender, visueller Gleichförmigkeit führt.
Die wie kleine Architekturen wirkenden Grafiken lassen erahnen, dass es auch farbiger und lebendiger gehen könnte.