Design und Handwerk für den Raum der Stille
Im Rahmen eines gewonnenen Kunst-am-Bau-Wettbewerbs für den „Raum der Stille“, einer Kapelle am Uni-Klinikum in Würzburg, entstand der Wunsch des Bauherrn nach einer umfassenden Gestaltung durch den Künstler.
So wurde der umgebende Raum entwickelt, z. B. die Fußböden und Beleuchtung, und die sandgestrahlten Glastüren und Türgriffe, die Sitzbänke, sowie ein transportabler, klappbarer Altar bis hin zu den Besucherbüchern für den Raum der Stille wurden entworfen und produziert.
Die Sitzbänke
Gar nicht so einfach, eine moderne Bank zu entwerfen, die auch eine Rückenlehne hat und nicht wie eine Couch aussieht.
Ursprünglich war geplant, im „Raum der Stille“ Stühle zu verwenden. Nachdem am Klinikum mit dem Fachbereich „Neue operative Fächer“ schwere Krankheiten behandelt und komplizierte Eingriffe durchgeführt werden (es gibt dort auch eine Kinder-Krebsstation), war klar, dass die Sitzgelegenheiten sowohl Patienten als auch Besuchern und Angehörigen einen „Halt“ geben sollten. Und so wurden es Bänke aus Esche mit filigraner gepolsterter Rückenlehne.
Glas, das Einblicke erlaubt, aber auch Intimität wahrt
Die Glastüren am Eingang und in einer Rückzugsnische sind von beiden Seiten überlagernd sandgestrahlt. Diese wolkenartige Struktur ermöglicht eine gewisse Intimität, die nur partiell von einer klaren Durchsicht unterbrochen wird. Etwa um beim Hereinkommen zu wissen, dass sich bereits jemand im Raum befindet.
Die Türgriffe sind mit gerundeter Eiche belegt, so dass sich – im Gegensatz zu oft verwendeten sterilen und kalten Edelstahlgriffen – eine warme angenehme Haptik ergibt.
Deine Gedanken – die Besucherbücher
Um eine gute Diagnose und Versorgung zu ermöglichen, werden in Krankenhäusern viele Daten über die Patienten und ihren Gesundheitszustand erhoben. Das geistige und seelische Befinden der Patienten und Besucher dagegen findet im „Raum der Stille“ seinen Platz – und wenn gewollt auch schriftlich in den Besucherbüchern.
Die Gestaltung dieser Bücher wurde farbig individuell angelegt, die Bücher werden von einer Buchbinderin hergestellt.
Vor kurzem kam es wieder zu einer Nachbestellung. Im breiten Farbspektrum bisher erstellter Bücher bestätigt sich der Bedarf, auch diesen Aspekt der Menschen hier abzubilden.









