Michael Lapper

Büro und Werkstatt für Kunst

Screen

Universität Passau / Fachbereich Informatik, 2004

Kunst+Bau-Wettbewerb, nicht realisiert

 

 

 

Zeichen auf Tontafeln oder Papier, in der DNS und in Datenspeichern sind alle gut geeignet, etwas darzustellen. Doch die einzige unmittelbare Bedeutung eines Zeichens ist, dass es vorhanden ist. Information ist jeder Unterschied, der einen Unterschied macht. Der erste Unterschied ist das Zeichen selbst; der zweite hat etwas damit zu tun, dass es gedeutet werden muss.
Bei einem künstlerischen Entwurf für eine Fakultät der Informatik wäre es naheliegend, sich an der Zeichen- und Formensprache aus derWelt der Computer zu orientieren. Da sich die Informationstechnologien und damit auch deren Erscheinungsform stetig verändern, war ich mehr an einer zeitlosen Gestaltung interessiert. Mein Entwurf thematisiert den Unterschied, das Zeichen, eben „die Information“ als solche und richtet sich andererseits, da die Architektur sehr monochrom gehalten ist, auf das Erscheinen von Farbe auf dem Gelände.

Am Ende der Innterrasse ist eine tafelförmige Projektionsfläche installiert. Dieser SCREEN ist mit dichroitischen Glasscheiben belegt, die eine spezielle optische Oberflächenbeschichtung aufweisen. Die Gläser bilden zeilenartig angeordnete Farbflächen in sehr unterschiedlichen Farben, wobei zwei sehr differenzierte Farbarten auftauchen: einmal in der Durchsicht die Basisfarbe und andererseits die spiegelnde Reflexion, im jeweiligen komplementären Farbton, also bei Cyanblau etwa Goldorange. Die Bandbreite der zu sehenden Farben reicht dabei von quietschbunt bis hin zu sehr fein abgestuften Farbnuancen.