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Zur aktuellen Lage mal in den Keller gehen:

TG / GT – Große Transformation in der Tiefgarage

Eine Kunstraum-Reihe auf einem Tiefgaragen-Stellplatz

Wenn es mit der Verkehrswende klappt, wird sich auch der motorisierte Individualverkehr verändern. Ein Großteil der privaten Parkplätze wird nicht mehr benötigt, weil ein Fahrzeug fast ebenso schnell, aber kostengünstiger und resourcenschonender im Carsharing zu nutzen ist, anstatt ein eigenes Auto zu besitzen.

Was wird dann aus den Autoschlafplätzen in der Tiefgarage?

Lagerplätze für Unternehmen vor Ort? Lebensmitteldepots? Regionale Rechenzentren? Bewohner-Werkstätten? Magazine für Werkzeug- und Maschinenverleih? Partykeller? Sportgym? Raum für Kunst und Kultur? Energiespeicher? Champignonzucht? Regenwasserrückhaltebecken? Oder alles zusammen?

Die Trennung von Leben und Arbeiten erzeugt Pendlerverkehr, der Verkehr hat einen wesentlichen Anteil am CO2-Ausstoß, Schlafstädte wiederum leiden erheblich unter der geplanten Monotonie fehlender Vielfalt städtischen Lebens, vermisst werden kurze Wege zu Angeboten und Dienstleistungen im Viertel.
Mit der Corona-Pandemie kam es auch zur Verlagerung der Arbeitsstätte ins Home Office.

Und im Keller?

Die Abkürzung TG wird in der Regel für Tiefgarage verwendet. GT – italienisch Gran Turismo, englisch Grand Touring, französisch Grand Tourisme, kurz GT und frei übersetzt „große Fahrt“ (Grand Tour) – beschreibt den Verwendungszweck ursprünglicher GT-Fahrzeuge, also relativ komfortabler und gut motorisierter Sportwagen.

In der Reihe TG – GT geht es zwar auch um Verkehr, allerdings mehr um dessen Veränderungsprozess, der im Zuge der Klimaaufheizung stattfinden wird. So gesehen wäre GT als „Große Transformation“ zu übersetzen.

Die TG ist ein Autoschlafplatz, hier ruht der Individualverkehr, bevor er wieder in Bewegung gesetzt wird. Tiefgaragen sind teure Räume, die oft im Zuge des Immobilienerwerbs im Rahmen der vorherrschenden Stellplatzverordnung mitgekauft werden müssen. Die Besitzer hätten sich die Kosten beim Kauf ihrer Wohnung gern gespart. Tiefgaragen ziehen hohe Folgekosten an Unterhalt und Sanierung nach sich. Zudem sind Tiefgaragen relativ unflexible Räume, die für anderweitige Nutzungen nur bedingt oder gar nicht geeignet sind.

TG – GT probiert aus, was man mit so einem Raum alles anstellen kann, ohne gleich vom Brandschutz einkassiert zu werden.

parkyzone

Parkyzone

über das Raumpotential Tiefgarage
Kunstplakat Messestadt A1/Nr. 6 von 2011

Sharing

TG – GT ist derzeit in der Ausstellung „SHARING“ in der Galerie der Künstler*innen München-Oberbayern zu sehen. (Foto: BBK)